Sonntag, 30. September 2007

BMW Group präsentiert Zukunftsstrategien

Die BMW Group hat mit einer strategischen Neuausrichtung die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Die BMW Group werde konsequent auf Profitabilität und langfristige Wertsteigerung ausgerichtet, sagte der Vorstandsvorsitzende der BMW AG, Norbert Reithofer, bei der Vorstellung der neuen Unternehmensstrategie heute (27. September 2007) in München. Die strategische Zielrichtung des Unternehmens sei bis in das Jahr 2020 klar definiert.Die Sicherung der Unabhängigkeit des Unternehmens steht im Vordergrund. Für die ersten fünf Jahre plant die BMW Group die Steigerung des Absatzes bis 2012 auf mehr als 1,8 Millionen Fahrzeuge und bis 2020 auf zwei Millionen Autos. Im Motorradgeschäft sollen die Auslieferungen in den nächsten fünf Jahren um 50 Prozent auf 150 000 Einheiten pro Jahr steigen.

Die BMW Group wird ihre Modelloffensive auch in Zukunft fortsetzen. Bei allen neuen Modellen werden Synergien durch die Nutzung von Baukästen realisiert. Die X-Baureihe wird um das Sports Acitivity Vehicle X1 erweitert. Außerdem wird ein viertüriger Gran Turismo gebaut.

Bei der Marke Mini wird es mit einem Sports Activity Vehicle ein weiteres Modell geben. Auch bei Rolls-Royce wird die Modellpalette um ein Coupé als dritte Variante des Phantom erweitert. Darüber hinaus ist ein weiteres Modell vorgesehen, das preislich und in seiner Größe unterhalb des Phantom positioniert wird. Im Motorradgeschäft wird das Produktangebot der Marken BMW Motorrad und Husqvarna Motorcycles in den kommenden Jahren weiter ausgebaut.

Der Autobauer soll künftig stärker nach der Kapitalrendite gesteuert werden, erklärte Reithofer. Im Segment Automobile will das Unternehmen ab 2012 einen Return on Capital Employed (RoCE) von 26 Prozent und eine Umsatzrendite zwischen acht und zehn Prozent erzielen.>

Außerdem plant die BMW Group den Start eines umfangreichen Effizienzprogramm, das alle Bereiche des Unternehmens umfasst und sowohl auf der Kosten- wie auch auf der Leistungsseite ansetzt. In den nächsten fünf Jahren sollen Effizienzpotenziale von insgesamt rund sechs Mrd. Euro realisiert werden, die Handlungsspielräume eröffnen.

Zusätzliche Ergebnispotenziale will das Unternehmen unter anderem durch weitere Geschäftsaktivitäten erschließen. Neben neuen Produkten und Märkten sollen auch entlang des Lebenszyklus eines Fahrzeuges und der Wertschöpfungskette innerhalb der Branche Potenziale geschaffen werden. Außerdem sollen auch die Fahrzeuge konsequent eine Premium-Positionierung erhalten.

Zudem werden alle Kostenstrukturen auf den Prüfstand gestellt und die Standardisierung von Prozessen weiter vorangetrieben. Das Unternehmen hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, die Kosten und Investitionen sowie den Kapitaleinsatz pro Fahrzeug in Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Verwaltung zu reduzieren. Das Unternehmen strebt zudem weiterhin einen Produktivitätszuwachs von mindestens fünf Prozent pro Jahr an.

Die BMW Group geht auch dank der angestrebten Produktivitätszuwächse davon aus, das geplante Wachstum bis 2012 etwa mit dem derzeitigen Personalstand erreichen zu können.

Um unabhängiger von Währungsschwankungen zu werden, wird der Konzern in Zukunft noch stärker das sogenannte Natural Hedging sowie den Einkauf insbesondere im US-Dollarraum gezielt ausbauen. Bis 2012 sollen die Kapazitäten im US-Werk in Spartanburg von derzeit 140 000 auf 240 000 Fahrzeuge erweitert werden.

Die Kapazität im Mini-Werk in Oxford wird ohne zusätzliche Investitionen auf 260 000 Einheiten gesteigert. In China plant das Unternehmen in einem ersten Schritt die Kapazität von 30 000 auf 44 000 Einheiten zu erhöhen.

Die Dividende soll bereits für das Geschäftsjahr 2007 erhöht werden. Darüber hinaus hält sich die BMW Group die Option eines Aktienrückkaufs offen. Das Unternehmen wird sich jedoch in den kommenden zwölf Monaten zunächst auf die höhere Ausschüttungsquote konzentrieren.

Darüber hinaus wird das Unternehmen die Ruhestandsbezüge durch Auslagerung der Pensionsverpflichtungen absichern. In Deutschland ist das in den kommenden Jahren in drei Stufen vorgesehen.

Im Rahmen des Strategieprozesses hat die BMW Group alle Optionen für zukünftiges Wachstum geprüft. Dies schließt auch einen Kauf oder den Aufbau einer vierten Marke ein. Voraussetzung für einen derartigen Schritt wäre, dass die neue Automobilmarke zum Unternehmen und seinen Stärken passt. Auch wenn bisher noch keine passende Marke gefunden worden ist, wird ein Zukauf nicht ausgeschlossen.

Die BMW Group wird sich weiterhin auf ihre Stärken und damit auf den Markt der Premiumfahrzeuge und -dienstleistungen konzentrieren. So geht das Unternehmen davon aus, dass das Premiumsegment zwischen 2005 und 2019 um rund 40 Prozent zulegen wird, während im Volumensegment lediglich mit einem Zuwachs von knapp 20 Prozent gerechnet wird.

Das Unternehmen wird auch in Zukunft substanziell in Zukunftstechnologien investieren, um neue Lösungen für individuelle Mobilität zu entwickeln. (ar/nic) (autoreporter)

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