Nach den Preiserhöhungen trinken die Deutschen deutlich weniger Milch. Der Milchabsatz ging seit Mitte September im Vergleich zum Vorjahr um 6,7 Prozent zurück, berichtet das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK. Ende September mussten die Verbraucher für frische Milch 74 Cent und für haltbare Milch 68 Cent ausgeben - fast ein Drittel mehr als zu Jahresbeginn. Hamsterkäufe waren den angekündigten Preiserhöhungen vorausgegangen.Die drastischen Preiserhöhungen bei Milch und Milchprodukten resultieren auch aus der großen Nachfrage aus dem asiatischen Raum, allen voran China. Galt Milch dort bis vor einigen Jahren noch als verpönt, herrscht mittlerweile ein wahrer Milchboom im Reich der Mitte. Bereits jetzt kann China seinen Bedarf an Milchprodukten nicht decken und kauft auf dem Weltmarkt vor allem Milchpulver und Käseprodukte ein.
Und das, obwohl etwa 90 Prozent der Chinesen gar keine Milch vertragen. Ihnen fehlt das Enzym Laktase, welches wiederum gebraucht wird, um den Milchzucker Laktose in seine verdaulichen Substanzen zu spalten.
Prof. Jürgen Schrezenmeir von der Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft in Kiel geht davon aus, dass sich auch die Chinesen an die Verdauung von Milch gewöhnen können. Regelmäßiges Trinken werde dazu führen, dass sich die Darmflora auf die "fremde" Nahrung einstellt, so der Mediziner. Dem Vormarsch der Milch in China scheinen also vorerst keine Grenzen gesetzt. (newsreporter)
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