Deutschlands große Energieversorger setzen mit ihren Preiserhöhungen viel aufs Spiel. Laut einer Umfrage des Instituts TNS Emnid wollen inzwischen 41 Prozent der Deutschen ihren Energieversorger wechseln, wobei die Bereitschaft zum Wechsel in der Altersgruppe bis 29 Jahre mit 51 Prozent besonders hoch ist. Bereits im ersten Halbjahr 2007 entschieden sich 11 Prozent der Verbraucher für einen anderen Versorger. Im Vergleich zum ersten Vierteljahr sei das ein Plus von drei Prozent oder zwei Millionen Kunden gewesen.
Dem Verbraucherportal Verivox zufolge zahlen Kunden für die Grundversorgung bundesweit im Schnitt 829 Euro. Durch den Wechsel des Stromanbieters könne die durchschnittliche Kleinfamilie rund 190 Euro pro Jahr einsparen. Das maximale Sparpotenzial liege bei fast 400 Euro.
Im Verlauf des Jahres müssen sich Millionen Verbraucher auf weitere Strompreiserhöhungen einstellen. Allein in den kommenden Wochen würden mehr als 300 Versorger Preiserhöhungen vornehmen, prognostiziert Verivox. Leidtragende sind die privaten Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen, die im Gegensatz zu Großabnehmern keine direkten Verträge mit den Anbietern aushandeln und nur mit einem Wechsel in einen billigeren Tarif oder zu einem alternativen Anbieter reagieren können.
Der Vorsitzende der Unions-Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann, plädiert indes für eine Senkung der Energiesteuern und für mehr Wettbewerb in der Branche. Der Staat müsse entweder "die Konzerne zerschlagen, also Netz und Energieproduktion trennen" oder es mehr lokalen Anbietern ermöglichen, über einen freien Netzzugang zu fairen Preisen Marktanteile zu erobern.(newsreporter)
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