Freitag, 26. Oktober 2007

Schockbilder auf Zigarettenpackungen

Nicht zimperlich geht die japanische Regierung mit den Rauchern und der Zigarettenindustrie um. Auf 50 Prozent der Vorder- und Rückseite der Packung prangt die schwarze Lunge eines toten Rauchers, in großen Lettern wird auf die Gefahr des Rauchens hingewiesen. Beileibe kein fernöstliches Phänomen - auch hierzulande fordern Politiker und die Deutsche Krebshilfe nach dem Motto "ein Bild sagt mehr als tausend Worte", abschreckende Bilder von dramatischen gesundheitlichen Folgen des Rauchens zusätzlich zum Warnhinweis auf Zigarettenschachteln zu drucken.

Um Klarheit zu schaffen, ob diese Bilder wirklich Menschen vom Rauchen abhalten bzw. abbringen können, hat das Bundesgesundheitsministerium Studien in Auftrag gegeben, die die Wirkung auf Jugendliche untersuchen sollen.

Untersuchungen hätten ergeben, dass 60 Prozent aller Raucher grundsätzlich bereit seien, mit dem Rauchen aufzuhören. "Wenn dann beispielsweise das Bild eines Tumors den letzten Anstoß gibt, ist dieses Mittel durchaus geeignet", erklärte die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Dagmar Schipanski. Auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach und die Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers-Merk befürworten diese Maßnahme, die in anderen Ländern schon seit geraumer Zeit oder bald praktiziert wird.

In Kanada wurden die Abschreckbilder bereits 2001 eingeführt, als erstes EU-Land hatte Belgien 2004 derartige Bilder auf Zigarettenschachteln eingesetzt. Darauf folgte Irland. Auch Großbritannien, Lettland, Portugal, Rumänien und Finnland haben angekündigt, die Motive bald auf Tabakprodukten zu verwenden.(newsreporter)